Young Artist Gen X: Zwischen Leere und Farbe
Aquarelle von Petra Christine Bechinger


Vernissage: 20. Juli 2026 um 18.30 Uhr | Hauptsitz Prad am Stilfserjoch
Es gibt Lebenswege, auf denen die Kunst nicht am Anfang steht, sondern plötzlich zur eigentlichen Sprache wird. So ist es bei Petra Christine Bechinger. Die 1965 in München geborene Sinologin lebt seit drei Jahrzehnten in Südtirol und begann im Jahr 2023 zu malen. Heute präsentiert sie als Young Artist der Generation X ihre Werke in der Raiffeisenkasse Prad-Taufers.
Die Vernissage findet am Montag, 20. Juli 2026, um 18.30 Uhr am Hauptsitz in Prad am Stilfserjoch statt. Bis Ende August sind die Werke dort zu sehen.
Ihre Bilder entstehen in Aquarell auf Papier – einem Medium, das sie ungewöhnlich kraftvoll interpretiert. Leuchtende Farben, starke Kontraste und ein sicherer Umgang mit Transparenz verleihen den Arbeiten eine besondere Intensität. Im Mittelpunkt stehen Frauenporträts, meist begleitet von Vögeln. Tiere sind keine Illustration, sondern Sinnbilder: stille Begleiter, die zwischen innerer Gefühlswelt und äußerer Wirklichkeit vermitteln. Daneben portraitiert die Künstlerin Tiere aus überraschenden Perspektiven und mit feinem Gespür für ihren Charakter.
Als Sinologin ist ihr Stil stark von traditioneller chinesischer Malerei und Kalligrafie beeinflusst. Besonders sichtbar wird dies im bewussten Einsatz des Liubai, des Weißraums. Leere schafft Balance und Offenheit, gibt den kraftvollen Farben Raum, und überlässt es der Phantasie, diesen Raum zu füllen.
Ihr Atelier arte venosta befindet sich bei Kunst&Dünger in Schlanders, am Kreisverkehr Vezzan. Dass sie erst vor wenigen Jahren zur Malerei fand, versteht sie nicht als verspäteten Beginn, sondern als Ausdruck einer Lebensphase, in der Erfahrung, Intuition und künstlerische Freiheit zusammenfinden. Gerade darin liegt die besondere Authentizität ihrer Arbeiten.
Die Ausstellung am Hauptsitz der Raiffeisenkasse Prad-Taufers lädt dazu ein, eine Künstlerin kennenzulernen, die mit einer ungewöhnlichen Biografie und einer eigenständigen Bildsprache eindrucksvoll zeigt, dass künstlerische Anfänge keine Frage des Alters sind oder wie Petra Christine Bechinger selbst sagt: „Es ist nie zu spät, eine neue Sprache zu finden. Meine ist das Aquarell.“