Geld gefunden was nun?

Wie verhält man sich richtig und vor allem gesetzeskonform, wenn man Bargeld findet?

Natürlich spielt auch die Menge an gefundenem Bargeld eine Rolle. Einen 5 Euro-Schein, der herrenlos auf der Straße gefunden wird, kann man auch behalten.

Was ist aber bei grösseren Summen, bei mehreren 100 Euro?

Meist werden größere Beträge in Zusammenhang mit einem Dokument, zum Beispiel in einer Brieftasche, gefunden. Somit ist es einfacher den Besitzer ausfindig zu machen. Auf jeden Fall muss das gefundene Geld an ein Fundbüro oder direkt an den Besitzer übergeben werden. Denn das Gesetz sagt, dass laut Artikel 927-931 des Zivil-Gesetzbuches (Codice Civile) jeder verpflichtet ist, ein „mobiles Objekt“, wie Geld oder auch einen Regenschirm, abzugeben.

Das Gesetz sagt weiter, dass gefundene (Wert)Gegenstände dem Bürgermeister oder dem Fundbüro des Ortes, in dem der Fund stattfand, übergeben werden muss. Die Nachricht über den gefundenen Wertgegenstand wird für 3 Wochen öffentlich ausgehängt, so hat der Besitzer Zeit sich zu melden und das Gefundene wieder für sich zu beanspruchen. Sollte sich der Besitzer melden, ist er verpflichtet, dem Finder einen Finderlohn auszuhändigen. Je nach Wert des Gegenstandes oder Geldes beläuft sich dieser auf ein Zehntel oder ein Zwanzigstel (insofern der Wert höher als 5,17 Euro ist) des Wertes. Sollte sich jedoch ein Jahr lang niemand melden oder der rechtmäßige Besitzer nicht ausfindig gemacht werden, geht das Geld oder der Wert des Gegenstandes an den Finder, mit Abzug der bis dahin entstandenen Unterbringungskosten.

Wer schlau sein will und das Geld direkt behält, oder einfach nicht weiß, dass man größere Beträge abgibt, macht sich strafbar. Laut Artikel 647 des Strafgesetzbuches (Codice Penale) kann der Geschädigte klagen. Die Strafen belaufen sich auf bis zu einem Jahr Gefängnis oder 30 bis 300 Euro Strafe. Sollte man den Besitzer kennen oder wissen wem das Geld gehört, so wird die Strafe verdoppelt.

Folglich hat ein ehrlicher Finder nicht nur ein reines Gewissen, sondern wird für den Fund auf jeden Fall auch belohnt.