Elternurlaub

Art. 23

Im Anbetracht der angeordneten Schließung aller Schulen, Kindergärten und Kindertagestätten und der darauffolgenden Notwendigkeit für berufstätige Eltern alternative Möglichkeiten für die Kinderbetreuung zu finden, wird ein zusätzlicher Elternurlaub zugestanden.

Je nach Alter und Bedürfnisse des Kindes, greift ein unterschiedlicher Anspruch:

  • Kinder bis zu 12 Jahren: Die zusätzliche Elternzeit steht den berufstätigen Eltern im privaten Sektor zu und beträgt bis zu 15 Tage. Dem Elternteil, welches die zusätzliche Elternzeit in Anspruch nimmt, stehen 50 Prozent der Entlohnung (ansonsten 30 Prozent) zu, wobei die Zusatzmonatsgehälter für die Berechnung nicht berücksichtigt werden. Berufstätige Eltern, welche ausschließlich über die Sonderverwaltung des Versicherungsinstituts N.I.S.F. (gestione separata) sozialversichert sind sowie beim N.I.S.F. eingetragene Selbstständige können ebenfalls die genannten zusätzlichen 15 Tage Elternzeit für die Betreuung ihrer Kinder unter 12 Jahren nutzen.

  • Eventuelle Elternzeiten, die im Sinne der allgemeinen Bestimmungen bereits beantragt und seit 5. März 2020 genutzt wurden, werden im Sinne der neuen Bestimmungen anerkannt und nicht vom allgemeinen Anspruch auf Elternzeit abgezogen.

  • Die Inanspruchnahme kann alternierend zwischen den Eltern vereinbart werden, allerdings bei einer insgesamten maximalen Gesamtdauer von 15 Tagen. Voraussetzung ist, dass keines der beiden Elternteile arbeitslos, nicht erwerbstätig bzw. aufgrund weiterer Abfederungsmaßnahmen von der Tätigkeit freigestellt ist. Die zusätzliche Elternzeit kann in einem Stück oder mit Unterbrechungen beansprucht werden und gibt Anspruch auf sog. figurative Beitragszahlungen

  • Kinder zwischen 12 und 16 Jahren: Eltern von Kindern im Alter zwischen 12 und 16 Jahren können für die Dauer der Schulschließung ihrer Arbeit entschuldigt fernbleiben. Es handelt sich dabei um unbezahlte Freistellungen, die auch keinen Anspruch auf sog. figurative Beitragszahlungen geben. Für die Dauer der Abwesenheit greift die Arbeitsplatzerhaltung und ein Entlassungsschutz. Voraussetzung ist, dass keines der beiden Elternteile arbeitslos, nicht erwerbstätig bzw. aufgrund weiterer Abfederungsmaßnahme von der Tätigkeit freigestellt ist. Die zusätzliche Elternzeit kann in einem Stück oder mit Unterbrechungen beansprucht werden.

  • Beeinträchtigte Kinder, unabhängig von ihrem Alter: Eltern von beeinträchtigten Kindern können unabhängig vom Alter der Kinder die zusätzliche Elternzeit beanspruchen.

Alle genannten Bestimmungen gelten auch für Pflege- und Adoptiveltern.

Als Alternative zur zusätzlichen Elternzeit, können die Eltern sich für sog. Baby-Sitting-Gutscheine im Wert von insgesamt 600,00 € entscheiden. Die Gutscheine werden über das Familienbüchlein (sog. libretto famiglia) beim N.I.S.F. beantragt.

Für die effektive Antragstellung und Nutzung der Elternzeit bzw. der Baby-Sitting-Gutscheine muss das Versicherungsinstitut N.I.S.F. noch die entsprechenden Anleitungen erlassen.