Raiffeisen Sommergespräche 2019

Mobilität und Energie der Zukunft


Bei den heurigen Raiffeisen Sommergesprächen in Bruneck ging es um ein Thema, das viele bewegt – im wahrsten Sinne des Wortes: Die Diskussion um die Zukunft der Mobilität stand im Mittelpunkt des Abends, ausgetragen von hochkarätigen Teilnehmern aus Politik, Industrie und Wirtschaft. Vizegeschäftsführer Georg Oberhollenzer führte über 300 begeisterte Gäste durch die traditionsreiche Veranstaltung der Raiffeisenkasse Bruneck.

Welche Antriebskraft wird wohl in meinem nächsten Fahrzeug stecken? Fahren wir elektrisch, hybrid oder doch fossil? Hauptreferent Peter Mölgg, Unternehmensberater und früherer Spitzenexponent der GKN Bruneck, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit diesen Fragen. „Das Thema Mobilität muss ganzheitlich verstanden werden“, so der Referent. Der eigene ökologische Fußabdruck soll über die unmittelbaren Vorteile hinaus, in die weitere Zukunft, gedacht werden. Das Gebot der Langfristigkeit scheint von vielen verstanden zu sein. Mit einem Wink Richtung Politik betont Mölgg aber, dass „die Automobilindustrie alleine das Mobilitätsproblem nicht lösen kann.“

POLITISCH LOKALE LÖSUNGSANSÄTZE
Die Aussagen von Daniel Alfreider, Landeshauptmannstellvertreter und Landesrat für Mobilität sowie vom Brunecker Bürgermeister Roland Griessmair sind vielversprechend. „Südtirols Mobilität soll nachhaltig, energieeffizient und umweltschonend sein“, so Alfreider. Erreichen will er dies durch ein neues, ganzheitliches Verkehrsmanagement, das wiederum an eine beachtliche Investition in die Infrastruktur gekoppelt ist. Bürgermeister Griessmair plädiert für ein umweltschonendes Verkehrskonzept rund um Bruneck. „Wir haben die Herausforderung zu bewältigen, das Stadtzentrum attraktiv zu erschließen, ohne es zu belasten“, so Griessmair. Projekte wie das Mobilitätszentrum oder neue Zufahrten ins Zentrum sollen dazu beitragen, diese Herausforderung zu meistern.


INNOVATION UND KNOW HOW IN SÜDTIROL
Die Auseinandersetzung mit grüner Energie ist in Bruneck jedenfalls angekommen. Gottfried Rier, Senior Vice President Advanced Technology der GKN, betont dabei die Innovationskraft, die dem Automotivsektor in Südtirol zuzuschreiben ist. Das demonstriert sein jüngstes Projekt eindrucksvoll: Die Realisierung eines energieautarken Wohnhauses, das erneuerbare, grüne Energie mit Wasserstofftechnik speichert. „Der Wirtschaftsstandort Südtirol muss den Klima- und Umweltschutz als höchste Priorität definieren.“ Diese Meinung von Mölgg vertritt auch der Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Bruneck, Anton Josef Kosta. Unternehmen wie die GKN arbeiten zwar nach einer anderen Logik, dennoch hätten auch sie Verantwortung zu tragen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen ist das wichtigste. Dabei appelliert Kosta an die Verantwortung jedes Einzelnen: „Es geht um einen Wandel hin zu einer umweltbewussten Haltung, die bei allen Menschen ankommen und eingenommen werden muss.“


SPENDENAKTION
Am Ende einer aufschlussreichen Veranstaltung verkündete Obmann Hanspeter Felder das Ergebnis der Spendenaktion, die traditionell mit den Raiffeisen Sommergesprächen stattfindet: Jeder Gast konnte bei der Anmeldung an einen gemeinnützigen Verein spenden. Der Betrag wurde von der Raiffeisenkasse Bruneck verdoppelt. 5.000 Euro kamen so für den guten Zweck zusammen und wurden an die Vereine Debra, Schmetterlingskinder Südtirol, UFCE -United For Children’s Education und der Sozialgenossenschaft Somnias mit dem Projekt KITS – Kinder im Traumsommer gespendet.

Sommergespräche 2018

Herausforderung Familienunternehmen (Teil II)

Der Erfolg der Silvestergespräche hat uns bestätigt, dass die Themen Betriebsübergabe und Generationenwechsel emotionsgeladen sind und offen angesprochen und diskutiert werden sollen. Knapp 200 Gäste waren begeistert vom zweiten Teil des Vortrags von Referent Arnold Weissman sowie von den Ausführungen des heimischen Unternehmers, Robert Pohlin.

"Die Emotion, die unweigerlich in jedem Familienunternehmen steckt, ist Vor- und Nachteil gleichermaßen. Die Übergabe an die nächste Generation ist dabei eines der emotionsgeladensten Themen, das früher oder später auf jedes familiengeführte Unternehmen zukommt", so Weissman. Dabei ist Vorbereitung alles: Jeder Unternehmer muss jederzeit auf einen Fall vorbereitet sein, von dem man hofft, dass er nie eintritt. Ein Punkt, der auch Geschäftsführer Anton Josef Kosta am Herzen liegt: „Wir haben leider Erfahrungen gesammelt, wo Unternehmer auf derartige Schicksalsschläge nicht vorbereitet waren – die Folgen für Familie und Betrieb sind dann bitter.“ Sein Appell an die Unternehmer: Vorsorgen und Absichern – auch darin liegt schlussendlich die Zukunft des Unternehmens.

GEMEINSAME ENTSCHEIDUNGEN
Robert Pohlin, Inhaber des familiengeführten Unternehmens elpo, gab einen tiefen Einblick in den Prozess der eigenen Betriebsübergabe. Der offene Umgang mit dem Thema war bemerkenswert: „Unser Vater hat uns nie konkret gesagt, was er mit uns machen will. Erst beim Notar hat er mich zum Geschäftsführer gemacht.“ Dennoch wurde erst Jahre später in der Familie offen über die Zukunft des Unternehmens gesprochen. „Wir haben uns hingesetzt und zusammen eine Lösung gefunden, mit der jeder in der Familie einverstanden war.“ Ab diesem Zeitpunkt war die Übergabe zwar erfolgreich – wohl aber nicht abgeschlossen. Erst einige strategische Entscheidungen, wie beispielsweise den Einsatz eines Verwaltungsrates machten das Unternehmen zukunftssicher.

SPENDENAKTION
Zum Abschluss der Sommergespräche verkündete Obmann Hanspeter Felder das Ergebnis der Spendenaktion, die bereits zum fünften Mal erfolgreich stattgefunden hat. Die Gäste spendeten bei ihrer Anmeldung zur Veranstaltung eine eindrucksvolle Summe, die von der Raiffeisenkasse Bruneck verdoppelt wurde: Insgesamt wurden 4.000€ an den Freundeskreis der Ursulinen, an das Gemeinschaftsprojekt „Wünschewagen“ der Caritas und des Weißen Kreuzes und an die Lebenshilfe onlus gespendet.

 

Fotos: Harald Wisthaler

Raiffeisen Sommergespräche 2017

Innovation - Die Zukunft wird so aussehen, wie wir sie gestalten

Die Raiffeisen Sommergespräche: Vor zehn Jahren eine mutige und innovative Idee, heute eine etablierte Veranstaltung, die in Bruneck nicht mehr wegzudenken wäre. Eben über Innovation und ihre Auswirkung auf die Zukunft diskutierte man vergangenen Freitag in der Raiffeisenkasse Bruneck. An die 300 Gäste, darunter zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur fanden sich in der umfunktionierten Schalterhalle ein, um sich von Moderator Eberhard Daum durch einen spannenden Abend führen zu lassen und den Ausführungen hochkarätiger Referenten zu folgen: Landeshauptmann Arno Kompatscher, Prof. Dr. Alexander Steinkasserer, Leiter der Abteilung für Immun-Modulation an der Uniklinik Erlangen und Esther Ausserhofer, Vorstand Organisation und Human Ressources bei Dr. Schär, Burgstall.

Fotos: Martin Tinkhauser


Raiffeisen Sommergespräche 2016

Über Europa, Meilensteine und Charity

Die Raiffeisen Sommergespräche: Eine Plattform, die dem Meinungsaustausch dient und landesweit für ihre Themen bekannt ist. Traditionell am Freitag vor ferragosto gab es heuer die zehnte Ausgabe der Raiffeisen Sommergespräche. Aus diesem Anlass wurde eine Benefizveranstaltung daraus gemacht: 10 Jahre, 10 Euro Spende pro Gast. Die Spenden der Gäste wurden von der Raiffeisenkasse Bruneck verdoppelt und großzügig aufgerundet: Die Gesamtsumme von 6.000€ teilten sich die Sozialgenossenschaft „Vergissmeinnicht“, das Projekt „LeO“ der Pfarrcaritas Bruneck und die Südtiroler Vinzenzgemeinschaft „Es war uns wichtig, Vereine zu unterstützen, die irgendwo auch unseren Förderauftrag spiegeln, nämlich einen Dienst für die örtliche Gemeinschaft zu leisten“, so der Obmann.

An die 300 Gäste zeigten Interesse am aktuellen Thema: „Die Zukunft Europas“. Die Referenten, Prof. Dr. Roland Benedikter und EU-Parlamentarier Dr. Herbert Dorfmann wurden dem Thema mehr als gerecht. Die Meinung der beiden Referenten lief am Ende des Abends auf einen Konsens hinaus: Europa muss stärker auftreten und vor allem standhaft bleiben. Immerhin hat Europa etwas versucht, das es in der Gesellschaft überhaupt noch nie gab: Ein Zusammenschluss von Nationalstaaten als eine Gemeinschaft mit übergeordneten Werten: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. „Dieses Ideal zeichnet Europa aus. Wenn es daran festhält, dann wird Europa in Zukunft stärker und schöner blühen als bisher.“


Sommergespräche 2015

"Aufbruch zu neuen Ufern – Warum wir uns und unsere Unternehmen immer wieder neu erfinden müssen.“

Knapp 200 Gäste konnte Geschäftsführer Anton Josef Kosta bei den diesjährigen Raiffeisen Sommergesprächen begrüßen. Referenten des Abends waren Dr. Richard Piock, langjähriger Generaldirektor der Durst Phototechnik AG in Brixen und Präsident des Verwaltungsrates der Durst Gruppe sowie Dr. Heiner Nicolussi-Leck, langjähriger Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol und Aufsichtsratspräsident der Raiffeisenkasse Bruneck. Beide Unternehmer, die vom Wandel der Zeit viel zu erzählen hatten.  

Während Dr. Richard Piock in seinem Kurzvortrag eine Zeitreise durch die Firmengeschichte der Durst AG gab und den Begriff "Wandel" als Unternehmensstrategie diskutierte, wurde anschließend der Beitrag von Dr. Heiner Nicolussi-Leck in Form eines Interviews gestaltet. Im Gespräch mit Journalistin Judith Steinmair sprach auch Dr. Nicolussi-Leck vom Wandel - diesmal auf den Wandel im Bankensektor bezogen.


Sommergespräche 2014

„Können Räume bilden? Was der globale Mensch vom Klosterleben lernen kann.“

Nicht nur das Wetter trug zu einer beeindruckenden Freilicht-Kulisse der Sommergespräche 2014 bei. Vor der Kunstinstallation des Architekten Hitthalers ließ sich hervorragend über ein Thema diskutieren, das auf großes Interesse stieß.

Der Theologe und ehemalige Benediktinermönch Anselm Bilgri übertrug die Regeln der Benediktiner geschickt auf die moderne Wirtschaft, mehr noch auf das globale Zusammenleben.
Gehorsam, Demut und die heitere Gelassenheit waren jene Werte, die schon vor 1.500 Jahren von den Mönchen gelebt wurden und auch heute noch von ihrer Aktualität zeigen: Gehorsam im Sinne von Hinhören und Rat holen, Demut im Sinne von Bodenständigkeit, Gelassenheit im Sinne von Loslassen und Humor.

Im Anschluss daran diskutierten die Historikerin Christina Antenhofer, die Soziologin Mechthild Bereswill und der Architekt Stefan Hitthaler mit dem Theologen über die Frage des Abends: „Können Räume nun bilden?“ Geleitet von Moderator Eberhard Daum gaben die Referenten ihre Ansichten preis. Nach der angeregten Diskussion lud der Geschäftsführer Anton Josef Kosta die Gäste zum „Symposium“, das sinngemäß ja „gemeinsames, geselliges Trinken“ bedeutet, wie Anselm Bilgri in seinem Vortrag verriet


Sommergespräche 2013

"Globaler Umbruch. Die Entwicklung der Weltwirtschaft im Spannungsfeld der Kulturen - Auswirkungen global und regional?"

Unter diesem Thema standen die Raiffeisen Sommergespräche 2013. Prof. DDDr. Roland Benedikter, ein Südtiroler, Europäischer Stiftungsprofessor für Politikanalyse am Orfalea Zentrum für globale und internationale Studien der Universität von Kalifornien in Santa Barbara, USA. Er berät weltweit verschiedene Regierungen und war Mitautor des White Paper über die Zukunft der Neurokriegsführung für das Pentagon und den U.S. Generalstab vom Februar 2013. Prof. Benedikter verdeutlichte anhand von Beispielen, dass sich nicht nur Europa, sondern auch die USA und China im Sog der globalen Schulden- und Finanzkrise befinden. Dadurch, dass die Kulturen der drei Weltgegenden sehr unterschiedlich sind, resultieren verschiedene Auswirkungen bei der Erarbeitung von Strategien für die Wirtschaft. http://www.raiffeisen.it/fileadmin/user_upload/RGO/Kassenseiten/Bruneck/Fotos/2013/Som2013/Vortrag_Dddr._Benedikter.pdf


Sommergespräche 2012

"Biographie oder Rating?"

Am 14. August 2012 fanden die alljährlichen Raiffeisen Sommergespräche mit anschließender Eröffnung des neu renovierten „Pulverturms“ statt. Moderiert von Eberhard Daum, hielten die Gastredner Dr. Alexander Dill und Reinhold Messner interessante Vorträge über das aktuelle Thema „Rating und Biographie“. Highlight des Abends war die Enthüllung des Pulverturms, der nun als MMM Biography zu den Museen Reinhold Messners gehört. Die Veranstaltung bot atemberaubende Bilder, unterstrichen von Erich Feichter’s musikalischer Begleitung.
Der wohl bekannteste Highliner Südtirols, Armin Holzer, und der Bergsteiger Christoph Hainz brachten den Schlüssel des Turms nach einer spektakulären Show schließlich und endlich sicher zum Tor. Über 500 Zuschauer staunten über das Ereignis. Nun hat der Pulverturm eine neue Funktion, die durch die Unterstützung Reinhold Messners den letzten Schliff bekommen hat. Der Turm beherbergt außerdem die Geschichte des Raiffeisen-Begründers, Wilhelm Raiffeisen im Unteren Stockwerk.


Sommergespräche 2011

„Befinden wir uns in einem sicheren Hafen?“

Am 11. August lud die Raiffeisenkasse Bruneck zu ihren traditionellen Sommergesprächen ein. Die spannenden Vorträge befassten sich mit einer Standortanalyse des südtiroler Pustertals im Vergleich zu Osttirol sowie mit der aktuellen Wirtschafts- und Finanzsituation innerhalb Europas unter Einbeziehung von Tendenzen in Amerika und Japan. Um eine dauerhafte Reduzierung der Schuldenstandsquoten in Europa zu erzielen, gibt es nach Meinung von Prof. Dr. Wiegard nur einen Kernweg. Es ist die strikte Haushaltskonsolidierung, die auch Italien durchsetzen muss. „Italien bräuchte mehr Tremonti und weniger Berlusconi“ (Aussage Prof. Dr. Wiegard). Das Land will einen ausgeglichenen Haushalt. Bisher fehlen noch die Maßnahmen zum „WIE“ der Ausgabenkürzung. Strukturreformen sind unumgänglich.
In der Podiumsdiskussion stellte Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder fest, dass Südtirol zu Italien gehört, dass Grenzen hin zu Österreich nicht verschoben werden können, dass Südtirol „keine“ Probleme hat, aber im kranken Land Italien lebt und folglich die gleiche Medizin schlucken muss. Geht das Schiff Italien unter, überlebt auch Südtirol nicht. Es braucht Strukturänderungen und nicht nur ein Pflaster auf eine Wunde. „Italien braucht eine neue Regierung, mehr Wahrheit, mehr Opposition“ (LH Dr. Luis Durnwalder).
http://www.raiffeisen.it/fileadmin/user_upload/RGO/Kassenseiten/Bruneck/Presseberichte/volltreffer_August-September.jpg


Sommergespräche 2010

"Staatsverschuldung ohne Ende? Ende des Sozialstaates?"

Am 13. August lud die Raiffeisenkasse Bruneck zu den vierten Sommergesprächen, die bereits im Vorfeld großes Interesse auslösten. Die Schalterhalle fasste 240 Besucher, die in der Einleitung von Geschäftsführer Anton Kosta zum Nachdenken angeregt wurden: „Bismark hat die Sozialversicherung und das obligatorische Pensionssystem eingeführt – brauchen wir diese Instrumente in Zukunft noch? Und führt Wohlstand wirklich zu Wohlbefinden?“ In dem von Dr. Eberhard Daum moderierten Abend diskutierten Prof. Dr. Wolfgang Wiegard, Senatorin Dr. Helga Thaler Ausserhofer und der Unternehmer Stefan Rubner dann über die Folgen der Staatsverschuldung für den Sozialstaat, den Wohlstand und den Euro.

Dabei wurde klar, dass die europäischen Rettungspakete zwar wirken, die einzelnen Staaten der Verschuldung aber dringend zu Leibe rücken müssen. Dies wird kurzfristig eine Reduktion des Wohlstandes, langfristig aber dessen Sicherung bedeuten. Der Euro ist nicht in Gefahr und auch eine Inflation bis 2014 nicht zu befürchten. Italien hat aufgrund seiner zentralistischen Verwaltung ein großes Einsparungspotential und der Föderalismus ist ein Gebot der Stunde. Den Sozialstaat wird es weiterhin geben, wenn Rentenalter, Familienunterstützung und andere Maßnahmen rechtzeitig an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.


Sommergepräche 2009

"Den Sehenden die Augen öffnen"

Am 14. August fanden in der Raiffeisenkasse Bruneck die Sommergespräche 2009 statt. Das Thema dieser für 140 Kunden organisierten Veranstaltung lautete "Den Sehenden die Augen öffnen." Referent des Abends war der blinde Ausnahmebergsteiger Andy Holzer aus Amlach in Osttirol. Anhand von eindrucksvollen Bildern und Filmen berichtete er von seinen Lebenserfahrungen und Grenzgängen am Berg. Moderator Eberhard Daum spannte mit seinen Fragen den Bogen zum täglichen Leben der Sehenden. 


Sommergespräche 2008

"Im Hamsterrad der Inflation"

Das Thema dieser für 140 ausgewählte Kunden organisierten Veranstaltung lautete "Im Hamsterrad der Inflation." Die Hintergründe der steigenden Energie- und Rohstoffpreise und deren Auswirkungen auf Südtirol wurden von fünf Experten analysiert. Der Grundtenor des von Eberhard Daum moderierten Abends: Die Inflation ist eine ernstzunehmende Tatsache, die uns noch eine Weile begleiten wird. 

Dr. Gottfried Tappeiner, Professor an der Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, verglich die Inflation mit einem Ölfleck, da sie sich schnell auf viele Sektoren ausweiten wird. „Sie begleitet uns noch lange, wird vielleicht sogar noch weiter ansteigen, da das große Wachstum in den asiatischen Märkten und die knappen Rohstoffe – beides Effekte, welche die Inflation bewirken - noch lange aufrecht bleiben werden“ sagte er. Parallel dazu prognostizierte er weitere Steigerungen der Rohstoff- und Energiepreise. Daher sei langfristig ein weiterer Ausbau der Energieeffizienz und –autonomie auch in Südtirol wünschenswert. Die aus der Inflation resultierenden Gefahren liegen seiner Meinung nach in zunehmenden Finanzierungsproblemen, da die Inflation die Nominalzinsen nach oben treibe. Damit verbunden sei der Verteilungskampf in einem konjunkturellen Tief und ein deutlicher Anstieg der Armutsgefährdung.


Sommergespräche 2007

"US-Hypothekenkrise und ihre möglichen Auswirkungen auf Südtirol"

Am Freitag 17. August lud die Raiffeisenkasse Bruneck zu den „Raiffeisen Sommergesprächen 2007“. Zentrales Thema war die Hypothekenkrise in den USA und ihre Auswirkung auf Südtirol und Europa. Fünf Experten beleuchteten das Thema aus verschiedenen Blickrichtungen und kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die knapp 150 Besucher erlebten interessante Gespräche auf höchstem Niveau.

Anton Kosta, Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Bruneck und Initiator sowie Gastgeber der Raiffeisen Sommergespräche, ortete als Auslöser der aktuellen Krise die Form der Finanzierung und Risikoübernahme im amerikanischen Bank- und Finanzwesen. „Dabei wird das Risiko von Krediten - in diesem Falle Wohnungsfinanzierungen - nicht mehr von den Banken in der Tradition einer Hausbank selbst übernommen, wie dies in Europa üblich ist, sondern über sogenannte „Verbriefungen“ (engl. Securitization) auf den internationalen Kapitalmarkt verlagert“ sagte Kosta. Damit hilft die Verbriefung den Banken, ihre Risiken am Kapitalmarkt zu verteilen und so in ihren Bilanzen Eigenkapital freizusetzen. Nicht mehr die Banken, die ihre Kunden kennen, halten am Ende die Kreditrisiken, sondern anonyme Finanzinvestoren, die das Einzelkundenrisiko nicht einschätzen können.