Resilienz - Kraft für die Krise

Raiffeisen Silvestergespräche 2016

 

„Resilienz ist ein Synonym für Widerstandskraft, für die Fähigkeit, ein Leben zu meistern.“ Die deutsche Referentin Sylvia Kéré Wellensiek, Psychotherapeutin und Resilienztrainerin eröffnete ihren Vortrag mit einer Begriffsdefinition. Es geht eben nicht um die Krise per se. Es geht vielmehr darum, wie sie bewältigt werden, oder im besten Fall, vermieden werden kann. Denn Resilienz bedeutet auch Prävention – wer wartet, bis alles zusammenkracht, hat kein Verständnis für Maß und Balance.

Wie aber schaffen wir es, dieses Maß zu finden und unseren „Energietank“ zu füllen? Wie können wir immerzu Mut aufbringen, uns den Aufgaben zu stellen, die das Leben stellt? „Resilienz kann man trainieren“, so Wellensiek, „es liegt in der Natur des Menschen, durch Krisen zu wandern. Die Kunst liegt im Verständnis für die Regulierung von Effizienz und Belastbarkeit eben von Maß und Balance.“ Es geht um eine grundsätzliche Lebensentscheidung, alle Herausforderungen, die uns das Leben bringt, anzunehmen, sie anzupacken und sich den Dingen zu stellen. Resilienz greift dabei über die individuelle Ebene hinaus. Schon längst ist der Begriff in die Wirtschaft und somit in viele Unternehmenskulturen eingekehrt.

Werte als Kraftquelle

Moderiert von RAI Journalistin Gudrun Esser wurden die zwei Perspektiven der Resilienz in der anschließenden Podiumsdiskussion veranschaulicht. Anton Josef Kosta und Maxi Huber sprachen über ihre eigenen Erfahrungen – aus unternehmerischer und persönlicher Perspektive. Anton Josef Kosta setzt sich als Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Bruneck schon lange mit dem Thema auseinander: „Resilienz hat mit werteorientierter Unternehmenskultur zu tun. Nur wer Werte lebt, kann aus Krisen gestärkt hervorgehen.“ Werte seien die Basis für Belastbarkeit und Widerstandskraft, denn worauf sonst könne man sich in schweren Zeiten stützen? Der Wert der Verantwortung ist dabei zentral: „Wir übernehmen Verantwortung und gehen Herausforderungen positiv an.“ Das Innehalten und die Reflexion seien hilfreich, um Energie zu tanken und das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren. Auch Maxi Huber hat das große Ganze gesehen, als er vor zwei Jahren bei einem schweren Verkehrsunfall ein Bein verlor, aber überlebte.

Herausforderungen annehmen

Der Unfall setzte bei Maxi Huber ungeheure Kräfte frei - positive. Denn wie kein anderer ging er mit seinem Schicksal um und beeindruckte mit seiner Einstellung weit über soziale Medien hinaus. Knapp zwei Jahre später machte er bei den Raiffeisen Silvestergesprächen dem Publikum mit einfachen, ehrlichen Worten klar, was Resilienz für einen Menschen heißen kann. „Nach dem Unfall habe ich geschaut, was ich noch habe, und was ich damit machen kann. Ich habe diese Herausforderung angenommen und habe versucht, das Beste daraus zu machen.“ Mit 23 Jahren und seiner unglaublichen Art hinterließ er einen bleibenden Eindruck: „Eine Krise hatte ich nie wirklich. Ich habe einen starken Kopf und vor allem Rückhalt in meiner Familie. Ich habe gekämpft und die Veränderung als Chance gesehen.“

Spende für den guten Zweck

Zum Abschluss der Silvestergespräche verkündete Anton Josef Kosta die gespendeten Eintrittsgelder den Vertretern der Vereine – eine eindrucksvolle Summe, die von der Raiffeisenkasse Bruneck verdoppelt wurde: Insgesamt überreichten Obmann Hanspeter Felder und Aufsichtsratspräsident Heiner Nicolussi-Leck 7.000€ an die Südtiroler Krebshilfe, die Südtiroler Ärzte für die Welt sowie an den Verein Lichtung.

Vortrag von Sylia Kéré Wellensiek

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