Ausstellungseröffnung: Guido Tavella

Am 9. Mai eröffnete Guido Tavella aus Wengen seine erste Ausstellung in der Raiffeisen Galerie. Sie beinhaltet die „Crème de la Crème“ von beinahe 65 Schaffensjahren und zeigt mit Landschaften, Jagdszenen, Portraits, Stillleben und abstrakten Bildern einen Querschnitt von Tavellas Arbeiten. Die Ausstellung kann noch bis 31. Mai während der Banköffnungszeiten besucht werden.

Guido Tavella, Urenkel des Grödner Bildhauers Franz Tavella (1844-1931), wurde 1941 in Wengen geboren und fing nach der Pflichtschule mit dem Malen an. Zuerst nur handwerklich, als Lehrling, später als Meister in seinem Betrieb. Die Meisterprüfung erlangte er in Wien nach einem dreijährigen Studiengang. Parallel zum Malerberuf erwachte in ihm allmählich eine künstlerische Ader. So nahm er an vielen Fortbildungskursen teil, besuchte dreimal die Sommerakademie in Bruneck und suchte den Kontakt mit zeitgenössischen Künstlern wie Siegfried Pörnbacher, Robert Scherer und v.a. Lois Irsara.

Tavellas Schwager Otto Moling berichtete über das Leben des Ausstellers, während seine Enkelin Noemi Call die Arbeiten von Guido Tavella erklärte: „Mit Aquarellfarben zu malen ist für meinen Opa ein Freiheitsakt – am liebsten geht er raus und malt genau vor der Neunerspitze“, erzählte sie. Zu seinen bevorzugten Motiven gehören Menschen, Tiere, Blumen und Stillleben. Dabei nutzt er verschiedene Techniken und Materialien, neben Aquarell- auch Öl- und Acrylfarben. Seit 2014 malt er auch abstrakte Lackbilder und verwendet dabei die alten Lacke aus seiner Malerwerkstatt.

Vier Posaunenspieler umrahmten die Ausstellungseröffnung, die mit den Grußworten der Vize-Obfrau der Raiffeisenkasse Bruneck, Luise Eppacher, abgeschlossen wurde.


Ausstellungseröffnung: „Art“ von Josef Irsara

 Am 4. April eröffnete der Gadertaler Josef Irsara seine Ausstellung von 108 kleinformatigen Acrylbildern, die zwischen 2008 und 2018 entstanden sind. Sie sind auf Sperrholz gemalt und vielfach zu einer Bilderfolge zusammengefügt. Noch bis zum 26. April ist die Ausstellung „Art“ während der Banköffnungszeiten zu sehen.

Josef Irsara aus St. Leonhard in Abtei war Lehrperson und dann Direktor der Oberschulen in La Ila / Stern. Das Malen hatte für ihn schon immer große Bedeutung. So besuchte er viermal die internationale Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg, bildete sich vier Sommer in Urbino weiter und übte sich rund 20 Jahre bei den Abendkurses seines Cousins Lois Irsara in der Portraitmalerei. Seit 1984 ist er Mitglied des Südtiroler Künstlerbundes, zum zweiten Mal nach 2010 stellt er nun in der Raiffeisen Galerie aus.

Bilder sind für Josef Irsara Kommunikationsmittel: Eine Nachricht wird vom Sender zum Empfänger transportiert und bedient sich dabei verschiedener Farben, Linien, Flächen, Formen und Inhalte. „Wenn jemand ein Bild gut findet, dann ist die Nachricht angekommen“, so Irsara. Er vergleicht die Malerei gerne mit der Musik: So wie in der Musik Dur für hell und fröhlich und Moll für dunkel und traurig stehen, so gibt es auch in der Malerei warme und kalte Farben. Blau etwa steht am Ende einer Skala für Kälte und Ferne, während rot am anderen Ende liegt und Wärme, Energie und Nähe ausdrückt.

Ein Bild sei für ihn dann fertig, wenn er nichts mehr weglassen könne, erzählt Irsara. Er sucht ständig nach einem befriedigenden Ergebnis, nach Schönheit. Denn „der Mangel an Schönheit ist ein Grundübel der heutigen Gesellschaft“, sagt er. Er führe dazu, dass man über die Sterne am blauen Himmel nicht mehr staunen könne, auch zum „höher, schnell, besser, mehr“ wie im Tourismus und in der intensiven Landwirtschaft.

Eine ideale Kombination zur schönen Kunst der Malerei boten die musikalischen Einlagen von Nadia Prousch. Die Musikerin, gebürtig aus St. Martin in Thurn, begeisterte die Zuhörer mit Flötenstücken von J. S. Bach und schuf damit einen idealen Rahmen für die hochwertige Ausstellung.


Fotoclub Bruneck

Die Farben der Nacht

Am 8. November eröffnete der Fotoclub Bruneck seine Jahresausstellung in der Raiffeisen Galerie. 14 Mitglieder des Vereins zeigen noch bis 30. November Nachtaufnahmen in den verschiedensten Varianten.
Das Jahresthema „Die Farben der Nacht“ bereitete so manchem Mitglied anfangs Kopfzerbrechen, erzählte der Präsident des Fotoclubs Bruneck, Norbert Scantamburlo. Doch mit jedem geknipsten Foto und durch verschiedene Lehrfahrten wuchs die Freude und mit dem Ergebnis sind nun alle zufrieden. Einen Ehrenplatz erhielten zwei Fotos des im April verstorbenen langjährigen Mitglieds Ezio Fumanelli, dem der Präsident in einem Nachruf für seinen Einsatz, seine Kollegialität und seine tatkräftige Arbeit im Verein dankte.

Der Brunecker Bürgermeister Roland Griessmair dankte dem Fotoclub für seine jahrzehntelange wertvolle Arbeit und gratulierte zur gelungenen Ausstellung. „Die Motive aus dem Brunecker Raum freuen mich besonders, da sie zum Wahrnehmen von jenen Dingen einladen, an denen ich üblicherweise in Eile und ohne bewusstes Hinschauen vorbeigehe“, so Griessmair.

Luise Eppacher, die Vizeobfrau der Raiffeisenkasse Bruneck, zeigte sich erfreut, dass der Fotoclub wieder in der Raiffeisen Galerie ausstellt, erinnerte an den Aufwand und die Mühe, die hinter so einer Ausstellung steckt und beglückwünschte die Mitglieder zu den gezeigten Bildern.

Es folgte eine Diaschau von Alfred Erardi, Gründungsmitglied der Südtiroler Naturfotografen „Strix“. In einer mit Musik umrahmten Präsentation zeigte er beeindruckende Naturbilder und verlieh der Ausstellungseröffnung damit einen stimmungsvollen Abschluss


Asami KATO

Die Dolomiten aus der Sicht eines Japaners

Am 26.07. eröffnete erstmals ein japanischer Künstler eine Ausstellung in der Raiffeisen Galerie.

Der 1952 in Japan geborene Asami Kato, Absolvent der Kunstuniversität Nagoya (Japan) und der Hochschule der Schönen Künste in Rom, machte vor 40 Jahren die Skilehrerprüfung am Tonalepass. Dabei lernte er zwei Gadertaler kennen, die ihn zu sich nach Hause einluden. Vom ersten Augenblick an verliebte er sich in die Dolomiten, die ihn seitdem nicht mehr loslassen.

Und so stellt er seit Jahren die für uns Einheimischen alltäglichen Motive Kronplatz, Fanes, Mühlbacher Klause und viele andere, die wir schon unzählige Male auf Fotos, Zeichnungen und Malereien gesehen haben, in einer für uns neuen und exotischen Technik dar: Asami Kato ist in der Lage, unsere gewohnte Sicht der Landschaft zu durchbrechen, indem er die aus der Tradition des japanischen Holzschnitts entlehnte Formensprache anwendet, um dreidimensionale Objekte aus Harz zu schaffen. Auf diese Weise folgt einem Perspektivwechsel eine interethnische Mischung, die gleichzeitig auf spielerische und poetische Weise ein phantastisches und einzigartiges Kunstwerk schafft.

Dies war auch der Grund, warum sich unser Kunstbeirat von den üblichen Kriterien löste, lokale Künstler in die Galerie einzuladen. Er hatte wohl recht damit, denn zur Eröffnung kamen unerwartet viele Besucher, die überrascht waren von der Andersartigkeit der Exponate.

Die japanischen Grußworte des Künstlers, die in ladinischer, italienischer und deutscher Sprache gehaltene Einführung von Diego Clara sowie die abschließende Gitarreneinlage von Akito, einem Freund Asamis, gaben der Veranstaltung eine multikulturelle Note, die sichtlich gefiel. Spätestens als Asami Kato – passend zur Raiffeisenkasse – einen Goldbarren an Roman Erlacher überreichte, war die langjährige japanisch-gadertalerische Freundschaft für alle Anwesenden spürbar.

Die Ausstellung kann noch bis einschließlich 30. August zu den Banköffnungszeiten besichtigt werden.

 

Hommage an Karl Grasser

Das Fenster

Am 3. Mai eröffnete der Präsident des Kulturvereines „Das Fenster“, Walter Boaretto, die bereits zweite Ausstellung des Vinschgers Karl Grasser in der Raiffeisen Galerie.  

War es 2013 anlässlich Grassers 90. Geburtstag, so geben heuer seine 95 Jahre Anlass zu einer weiteren, ausdrucksvollen Ausstellung. Gezeigt werden ausschließlich  Holzschnitte, teils in Farbe, meist in Schwarz-Weiß, die zwischen 1960 und 2017 entstanden sind. Sie zeigen Grassers bevorzugte Themen: Menschen in all ihren Existenzgrundlagen und sein Tal, den Vinschgau. Grasser gelingt es dabei, in einzigartig ausdruckstarker Sprache von der Landschaft und deren Menschen zu erzählen. Weiler und Höfe, Kirchen, Felder und Wiesen, und immer wieder die Menschen mit ihrem Glück und mit ihrem Leid werden fast dokumentarisch wiedergegeben.

Alle ausgestellten Holzschnitte entstammen der Sammlung von Josef Gasteiger (1930 – 2018). Mit dem Brunecker Kunstliebhaber, -sammler, -sachverständigen und Museumsgründer verbindet Karl Grasser eine lebenslange Freundschaft. Die beiden waren in den wesentlichen Dingen wesensverwandt und hatten dieselben Interessen. Der gemeinsame Gerechtigkeitssinn, das soziales Engagement, sowie die gemeinsame Naturverbundenheit, gelebte Religiosität, die Bescheidenheit und Menschlichkeit waren die Grundlage für eine jahrelange, aufrechte Freundschaft und die Basis für gemeinsam realisierte Kunstprojekte wie Ausstellungen, Kataloge und Bücher. 

Gemeinderat Christof Baumgartner überbrachte der Witwe und den Kindern von Josef Gasteiger den Dank der Stadtgemeinde Bruneck für das große Engagement und die vielfältigen Leistungen, die Herr Gasteiger zeitlebens im Kunst-, Kultur- und sozialen Bereich erbracht hatte.

Die Ausstellung, die den beiden Freunden Karl Grasser und Josef Gasteiger gewidmet ist, kann bis einschließlich 31. Mai zu den Banköffnungszeiten besichtigt werden.

Claudio Debiasi

Attimi ed emozioni

Am 1. März eröffnete Claudio Debiasi seine Fotoausstellung „attimi ed emozioni“ in der Raiffeisen Galerie.Der gebürtige Bozner zeigt 35 Fotografien in Schwarz/Weiß und Farbe und erzählt mit ihnen seine fotografische Lebensgeschichte. Claudio Debiasi, vor 35 Jahren Mitbegründer des Circolo Fotografico des Brunecker Dopolavoro Ferroviario, fotografiert nämlich seit mittlerweile 40 Jahren. Er entwickelte seine Fotos selber in der Dunkelkammer, stieg nach einer jahrelangen Krise auf die digitale Fotografie um und begeistert sich mittlerweile auch für die Bildbearbeitung  am Computer. Mit der Sensibilität eines passionierten Fotografen, der seine Kamera immer und überall mit sich trägt, gelingt ihm immer wieder das Einfangen von einmaligen Momenten und Stimmungen.

Norbert Scantamburlo, der Präsident des Fotoclub Bruneck, beschrieb die verschiedenen Exponate. Sie zeigen Menschen und vor allem Landschaften in Apulien, der Toskana, Bruneck und anderswo, spielen mit Licht, Schatten und Farbschattierungen und schaffen es immer wieder, spezielle Augenblicke festzuhalten.

Die Ausstellung kann noch bis einschließlich 30. März zu den Banköffnungszeiten besichtigt werden.