Faszinierende Bildschirmwelten

Faszinierende Bildschirmwelten: Chance oder Risiko für unsere Kinder? Unter diesem Motto veranstaltete die Sozialgenossenschaft „Die Kinderfreunde Südtirol“ in Bruneck, Bozen, Brixen und Lana eine Vortragsreihe mit dem Medienpädagogen Helmar Oberlechner.

„Ich hab den Fernseher sooo gern, weil er immer Zeit für mich hat“, sagt ein 11-jähriges Mädchen aus Eppan und ein 13-jähriger Bub aus Deutschnofen meint: „Mit dem Computer habe ich keine Langeweile“. Bis ein Kind die Grundschule besucht, hat es bereits 1.000 Stunden ferngesehen oder am Computer gespielt. Kinder ohne Handy sind heute schon eine Seltenheit. „Viele Erwachsene kommen sich hingegen in der digitalen Computerwelt wie digitale Immigranten vor“, meint Eva Zambelli, Obfrau der Sozialgenossenschaft „Die Kinderfreunde Südtirol“, die im vergangenen Jahr ihr 10-jähriges Bestehen feierte. Das kommt alles vom Fernsehen oder vom Internet, heißt es dann recht einfach, wenn Kinder einmal nicht so tun, wie Eltern oder Lehrer es gerne möchten. Oder wenn die Eltern sich vor negativen Auswirkungen dieser Medien sorgen und ein Argument für  Verbote brauchen.

Viele Chancen, viele Risiken!

Wie bei allen Errungenschaften des Menschen bieten auch Fernsehen, Computer, Internet und Handy viele Chancen, aber auch Risiken! Sich damit sachlich auseinanderzusetzen und Medien samt deren Chancen zu nutzen, dafür plädierte der Medienpädagoge Helmar Oberlechner in der Vortragsreihe der Sozialgenossenschaft. Unterhaltung und Information durch Fernsehen und Internet können effizient und legitim sein, gleichzeitig können gewalttätige Filme und Spiele Vorbild für nachgeahmte Gewalttaten bilden. Unachtsam eingetippte persönliche Daten im Computer können zu Missbrauch und Schaden führen. Kommunizieren per Handy und Chatten in Facebook ist für viele unverzichtbarer Teil eines sozialen Netzes geworden. Gleichzeitig kann Chatten auch ein Instrument für Cybermobbing sein, eine hintertückische Methode, jemanden auszugrenzen und zu verletzen.

Medien positiv nutzen

Wichtig ist deshalb das Wissen darüber, wie Medien funktionieren und wirken, was man damit tun darf und was nicht. Ebenso wichtig ist es, dass sich die Eltern in die Medienwelt ihrer Kinder einklinken und dass es in der Schule die Auseinandersetzung mit den neuen Medien gibt. Grundlagen für eine positive Mediennutzung, bei der es darum geht, mögliche Gefahren gering wie möglich zu halten.
Die Vortragsreihe der „Kinderfreunde Südtirol“ wurde von den Raiffeisenkassen, der Kinder- und Jugendanwaltschaft Südtirol und von der Abteilung Familie und Sozialwesen des Landes unterstützt.