
- Kriegsanleihen und Kursverluste während der Kriege machten der Kasse zu schaffen.

- Kommissarischer Verwalter unter dem Faschismus
1914 bis 1970
Das Jahr 1914 brachte für Südtirol eine schlimme Wende. Die Schwierigkeiten während der Kriegsjahre, die Zeichnung beträchtlicher Summen an Kriegsanleihen, Kursverluste usw. machten der Kasse schwer zu schaffen.
Am 25.05.1919 fand unter Obmann Alois Pircher, Martschein, die erste Vollversammlung nach dem Kriege statt, bei der die Bilanz zum letztenmal in Kronen erstellt wurde. Am 22.02.1920 wurde das erste Darlehen in Lire bewilligt. Auf der Jahresbilanz 1922 sieht man den Namen der Raiffeisenkasse erstmals ins italienische übersetzt: "Cassa Rurale Naturno Consorzio registrato a garanzia illimitata". Aus der Jahresrechnung 1924 ist zu entnehmen, dass in diesem Jahr ein Einbruch verübt wurde.
Der Höchstbetrag der für den einzelnen Spareinleger zulässigen Einlage war mit 20.000.-, der Mindestbetrag einer Einlage war mit Lire 2., festgelegt.
Im Jahre 1933 wurde das von Frau Mühlsteiger Maria, Hotel Post, feilgebotene Gebäude (Eiskeller) angekauft, das Kassenlokal mit Kassierwohnung wurde 1938 fertiggestellt.
Die Zeit des Faschismus brachte einiges mit sich. So wurde am 06.06.1936 ein Italiener als kommissarischer Verwalter eingesetzt. was zur Folge hatte, dass die Sitzungsprotokolle bis 1943 in italienischer Sprache abgefaßt und dem Vorstand bis Jahresende jede Handlungsfähigkeit genommen wurde.
Neue Schläge mußten hingenommen werden, die mehrere Banken in Schwierigkeiten brachte: der Ausbruch des 2. Weltkrieges und das am 23.06.1939 zwischen den Diktatoren Hitler und Mussolini abgeschlossene Umsiedlungsabkommen, das die Aussiedlung der Südtiroler in Deutsche Reich vorsah. Viele standen vor dem Nichts, da das Geld fast zur Gänze entwertet wurde. Die Geldinstitute, die überlebt hatten, konnten nach dem Weltkrieg der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen. Dank umsichtiger Verwaltung ging es mit unserer Raiffeisenkasse wieder bergauf.
Im Jahre 1947 beschloß die Jahresversammlung den Bau eines "Vereinshauses" (heutiges "Johann-Platzgummer-Haus"), in welchem nebst einer kleinen Wohnung ein Saal für die Musikkapelle und andere gemeinnützige Vereine entstehen sollte. Dies wurde 1949 verwirklicht. Das Gebäude diente für Konzerte und Musikproben, Versammlungen. Seit 1953 konnte das Haus als Kinosaal und für Musikproben Verwendung finden.
In den 50er Jahren festigte sich die Wirtschaft, der Fremdenverkehr, der bescheiden angefangen hatte, entwickelte sich langsam zu einer der Haupteinnahmequellen von Naturns und Plaus. Es wurde eine äußerst rege Bautätigkeit ausgelöst, wovon alle damit zusammenhängenden Handwerksarten profitierten. Auch die Landwirtschaft brachte durch die Umstellung auf Erwerbsobstbau viel Geld in die Gemeinden. All diesen Aufschwung hat die Raiffeisenkasse mitgetragen und durch Kredite mit gefördert.
