Nachhaltigkeit öffnet Perspektiven

Welche nachhaltigen Anlageformen in Investmentfonds gibt es? Und nach welchen Kriterien werden diese definiert? Dies die zentralen Fragen, die sich Sabine Döbeli von der Schweizer Privatbank Vontobel in ihrem Vortrag stellte. Auf Einladung des Raiffeisen InvestmentClubs referierte die diplomierte Umweltnaturwissenschaftlerin an zwei Abenden im Familienunternehmen Rubner Haus in Kiens und in der Obstgenossenschaft CAFA in Meran.

„Der Begriff Nachhaltigkeit wird oft missbraucht“, meinte Sabine Döbeli zu Beginn ihres Vortrages. Aber es gäbe gute Beispiele von nachhaltigem Wirtschaften, die es Wert seien, durch entsprechende Anlageformen – sogenannte Global Responsability Fonds - unterstützt zu werden. Sabine Döbeli leitet den Bereich Nachhaltigkeit bei der Schweizerischen Privatbank Vontobel, sie ist stellvertretende Vorsitzende des Forums für nachhaltige Geldanlagen und engagiert sich dafür, dass der Nachhaltigkeitsgedanke auch in der Anlagewelt stärker berücksichtigt wird.

Umwelt, Soziales und Unternehmensführung
Döbelin sprach von drei Säulen der Nachhaltigkeit: Umwelt, Soziales und Betriebsführung. Investiert wird in jene Unternehmen, die den ökologischen, sozialen und ökonomischen Ansprüchen der Nachhaltigkeitsanalyse Vontobels genügen, solide Geschäftsmodelle und eine attraktive Bewertung aufweisen sowie auf eine langfristige Wertschöpfung ausgerichtet sind. Dafür werden unabhängige Analysten herangezogen, die börsennotierte Unternehmen auf Herz und Nieren prüfen.

Zertifizierte Umweltstandards
Pro Minute werden weltweit Regenwälder in der Größe zweier Fußballfelder gerodet und für immer zerstört. Um als privater Anleger nachhaltiges Wirtschaften zu unterstützen, könne man in Firmen investieren, die über zertifizierte Palmölplantagen verfügen, die - wie das Beispiel Indonesien zeige - auch für einen Aufschwung der lokalen Wirtschaftskreisläufe sorgen, meinte Döbeli. Wenn ein börsennotiertes Unternehmen Ressourcen schonend und energieeffizient arbeitet, auf alternative erneuerbare Energien setzt, dann sind wichtige Kriterien erfüllt. „Die nötigen Technologien für energieeffizientes Wirtschaften sind vorhanden. Man könnte bereits heute einen Großteil der Atomkraftwerke weltweit abschalten,“ behauptete Döbeli.

Social Responsability
Nachhaltige Fonds setzen aber auch auf die soziale Verantwortung von Unternehmen. Dazu gehören soziale Standards für die eigenen Mitarbeiter sowie für Zulieferfirmen, die ihrerseits die Einhaltung von Sozialstandards in der gesamten Lieferkette garantieren. „Das jüngste Beispiel einer chinesischen Zulieferfirma für Mobiltelefone, in dem es zu einer Serie von Selbstmorden gekommen ist, hat für weltweites Aufsehen gesorgt und ein Umdenken bewirkt“, sagte Döbelin.

Transparente Betriebsführung
Wesentlich für nachhaltiges Wirtschaften ist ein gutes Betriebsklima, das durch transparente Betriebsführung,  weitsichtige Verwaltungsräte und  verantwortungsbewusste Mitarbeiter geschaffen wird. Notwendig seien auch unabhängige Aufsichtsräte, meinte Döbelin. „Alles in allem fördert man durch Investitionen in nachhaltige Investmentfonds Prozesse des Wandels“, zeigte sich Döbelin überzeugt.

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