„Euro bleibt unumkehrbar – Europa braucht Stabilität und Berechenbarkeit“
„Der Euro ist unumkehrbar. Er ist ein Erfolgsprojekt, bleibt aber auch eine große Herausforderung. Eine sinnvolle Alternative gibt es nicht“. Dieses Fazit zog Ex-Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer beim 11. Anlegersymposion des Raiffeisen InvestmentClubs am gestrigen Freitagabend (20.5) in der EURAC Bozen vor 350 Clubmitgliedern.
Der Erfolg des Euro kann nur durch eine Stabilitätsgemeinschaft der Euroländer, nicht aber durch eine Transfergemeinschaft, garantiert werden. „Unsere Gemeinschaftswährung darf nicht zum reinen Umverteilungsobjekt degradiert werden“, sagte Ex-Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer. Der Euro kann nicht durch dauernde Rettungsschirme und Hilfszahlungen an säumige Euroländer oder Gemeinschaftsanleihen gesichert werden. Hauptproblem der Eurokrise sind die wachsenden Ungleichgewichte zwischen den Euroländern. Es fehlt eine effiziente Kontrolle der Haushaltspolitik der einzelnen Länder und die Anwendung von Sanktionen gegen Verstöße der Konvergenzkriterien. „Die Euroländer müssen sich zu einer klaren Stabilitätspolitik, einer nachhaltigen Fiskal- und Haushaltspolitik und zu mehr Wettbewerb im Euroraum verpflichten“, forderte Tietmeyer.
In Bezug auf Italien meinte Tietmeyer, dass sich das Land in einer deutlich besseren Situation als die anderen Mittelmeerländer befindet, auch Spanien ist noch durchaus in der Lage, die Probleme selber zu meistern. Zu Griechenland meinte Tietmeyer, dass eine Umschuldung – bei aller Vorsicht – nicht mehr tabuisiert werden darf. „Die griechische Tragödie muss rasch beendet und damit ein Exempel für andere Länder gesetzt werden“. Der Euro – Chance und Risiko: Was Europa jetzt mehr denn je braucht, sind Stabilität und Berechenbarkeit. „Der Euro bietet zwar weiterhin die Grundlage für einen gemeinsamen Wohlstand, birgt aber auch beträchtliche Risiken, die zu gefährlichen Spannungen führen könnten“, meinte Tietmeyer.
Das zweite Thema des 11. Anlegersymposion drehte sich um den Computer- und Internetbereich. Werner Illsinger, Business Manager von Microsoft Österreich, gab einen Überblick über die Entwicklungsgeschichte des Software-Riesen Microsoft. „Das Erfolgsgeheimnis von Microsoft ist, dass es den Computer für jedermann erschwinglich und verwendbar gemacht hat“. Heute konzentriert sich Microsoft besonders auf die Bereitstellung von Computerdiensten aus dem Internet, dem sogenannten „Cloud-Computing“. Dabei können Kunden Software- und Serverleistungen aus dem Internet beziehen. „Der Anwender muss sich Hard- und Software nicht mehr kaufen, sondern zahlt je nach Benutzung und Bedarf, so wie dies heute bei Strom und Wasser der Fall ist“. Illsinger ist vom Erfolg des „Cloud“ überzeugt, weil es das Angebot in Zukunft extrem vergünstigen wird.

