„Für Freiberufler hat der Pensionsfonds nur Vorteile!“

Die gesetzliche Rente wird in Zukunft die finanzielle Unabhängigkeit im Rentenalter nicht

mehr gewährleisten können. Auch Freiberufler sollten die drohende Vorsorgelücke schließen,

meint Martin von Malfèr, Finanzexperte der Raiffeisen Landesbank.


Herr von Malfèr, weshalb sollte ein Freiberufler in einen Zusatzrentenfonds einzahlen?

Martin von Malfèr: Die Pensionskassen der Freiberufler befinden sich nicht erst seit Ausbruch der Finanzkrise in einer schwierigen finanziellen Situation. Die Einzahlungsbeiträge beispielsweise der Rechtsanwälte oder Ärzte, Notare und Vertreter fallen sehr gering aus, so dass die privaten Pensionskassen nun nach dem Vorbild der staatlichen Rentenvorsorge INPS reformiert werden sollen. Auch hier denkt man über einen Wechsel vom lohnbezogenen zu einem beitragsbezogen System nach, was zwangsläufig zu sinkenden Pensionszahlungen führt.

Um so wichtiger wird ein Zusatzrentenfonds.

Richtig. Die dritte Säule, die freiwillige Einzahlung in einen privaten Rentenfonds wird für die Altersabsicherung eines Freiberufler daher immer wichtiger.

Welche steuerlichen Vorteile hat man dabei?

Der steuerliche Absetzbetrag beträgt jährlich bis zu 5.164,63 €; die alten 10 Mio. Lire. Davon profitieren die Beitragszahler, die hierdurch ihre Steuergrundlage und folglich anfallende Steuerschuld reduzieren können. Dies macht im Spitzensteuersegment 43 % der in den Pensionsfonds getätigten Einzahlungssumme aus.

Mit welchen Steuern muss der Beitragszahler aber in Folge rechnen?

Das mit den eingezahlten Beträgen erwirtschaftete Finanzergebnis wird jährlich mit 11 % besteuert. In der Folge wird bei Auszahlung dieser Anteil nicht mehr besteuert. Wenn jemand jährlich 5.000 € in einen Pensionsfonds einzahlt und dieser Betrag jährlich brutto 5 % abwirft, so verfügt er nach 20 Jahren über knapp 146.000 € an Kapital, obwohl er „nur“ 100.000 € eingezahlt hat. Von diesen werden bei Auszahlung nur mehr diese 100.000 € mit 15 % oder aber gar weniger Prozent, je nach Haltedauer, besteuert. Die 11 % Capital-Gain-Steuer werden im veröffentlichten NAV des Fonds bereits berücksichtigt.

Welche Neuerungen gibt es beim Einzahlungsmodus?

Laut einer Konvention mit der Steuereinhebungsbehörde, die sog. Agenzia delle Entrate, können nun alle Einzahlungen in den Raiffeisen Offenen Pensionsfonds nicht nur direkt mittels Überweisung, sondern auch über das Formular F24 getätigt werden. Hierdurch wird es ermöglicht Steuerguthaben über Einzahlungen in den Pensionsfonds zu kompensieren.

Ist das eingezahlte Kapital garantiert?

Absolute Sicherheit gibt es nicht. Doch die Region Trentino-Südtirol stellt sicher, dass alle Beitragszahler, die in eine von PensPlan vorgesehene Pensionsfondslinie einzahlen, das eingezahlte Kapital fünf Jahre vor dem Beginn der Rentenauszahlung absichern können. Dazu kommt die auf die Abfertigung anfallende Aufwertung von 1,5 % und 75 % der laufenden Inflation.

Wie viele Mitglieder hat der Raiffeisen Offene Pensionsfonds derzeit?

Der Raiffeisen Pensionsfonds hat 13.600 Eingeschriebenenpositionen mit einer verwalteten Summe von 162 Mio. €. Von den drei bestehenden Linien erweist sich die Linie Activity mit 8.000 Positionen als die Beliebteste.