IRAP: Banken werden zur Kasse gebeten

Die Südtiroler Landesregierung hat für den Landeshaushalt 2011 die IRAP-Steuer für Banken und Versicherungen auf das gesetzliche Höchstmaß von 4,98 Prozent erhöht. Keine gute Entscheidung, meint der Raiffeisenverband.

Die regionale IRAP-Steuer (Imposta regionale sulle attività produttive) ist eine Steuer, die von natürlichen oder juristischen Personen erhoben wird. Die genaue Methode zur Bestimmung des Nettowerts variiert je nach der Kategorie der Steuerzahler.

Nun hat die Landesregierung 92.000 Bezieher von Einkommen bis zu 15.000 Euro den Landeszuschlag auf die Einkommenssteuer (IRPEF) abgeschafft. Bei der Wertschöpfungssteuer IRAP dagegen für Banken und Versicherungen eine Erhöhung auf die Maximalquote von 4,82 Prozent beschlossen. Für alle anderen Unternehmen bleibt der Steuersatz bei 2,98 Prozent. Neben den Unternehmerverband hat sich auch der Raiffeisenverband zu Wort gemeldet.

„Mit der Erhöhung der IRAP für Banken und Versicherungen wird bewusst eine Schwächung der Rentabilität der Banken in Kauf genommen, welche die Bildung von Eigenkapital erheblich erschwert und somit die Leistungsfähigkeit der Banken zu Lasten der klein und mittelständischen Wirtschaft sowie der Familien beeinträchtigen wird“, meint Heiner Nicolussi-Leck, Obmann des Raiffeisenverbandes. Inzwischen hat es vor Weihnachten eine Aussprache mit den Bankenvertretern gegeben, bei der der Landeshauptmann zugesagt hat, für das übernächste Jahr die Steuerhöhe noch einmal zu überdenken, sollte er den nötigen finanziellen Handlungsspielraum im Haushalt 2012 erneut haben.